Der alte Pavillon

       

Der alte Strandpavillon wurde Ende des 19. Jahrhunderts am Timmendorfer Strand errichtet . Diente er zunächst als nette Unterkunft für fröhliche Stunden, so geriet er im Laufe der Jahrzehnte immer mehr in Vergessenheit, bis er schließlich zur Müllhalde verkam. So erspähte ich ihn zufällig , klopfte kurzentschlossen an der Haustür des Hauses und fragte, ob der Pavillon noch gebraucht würde. Ich konnte mein Glück kaum fassen, als man ihn mir kurzerhand schenkte, da er sowieso abgerissen werden sollte.

Flugs kehrte ich mit einem befreundeten Tischler zurück und transportierte ihn zerlegt nach Hause. Dort lagerte er einige Jahre auf dem Dachboden, bis er restauriert und an seinem jetzigen Platz aufgebaut wurde. Leider stand er zu tief, so dass bereits nach wenigen Jahren aufgestautes Wasser ihn zu verrotten drohte. Notgedrungen bauten wir ihn vor vier Jahren wieder ab, lagerten ihn in meiner Schule ein und errichteten ihn 2017 erneut auf einem erhöhten Fundament. Insgesamt mussten wir den Grund um fast einen Meter anheben und eine Drainage legen. Pünktlich zum offenen Garten 2017 konnte er eingeweiht werden. Zur Zeit sparen wir auf ein Reetdach, das ihn vielleicht noch in diesem Jahr krönen soll.

Nachdem der Pavillon abgebaut worden war, wirkte die neue höher gelegte Ebene sehr kahl. Als Übergangslösung erdachte und baute ich an der Grenze zum Nachbargrundstück eine überdachte Sitzecke mit zwei Korbsesseln. Gern genoss ich auf ihnen den schönen Blick auf den Teich. Nachdem jedoch der Pavillon wieder errichtet worden war, verschwand die Sitzecke dahinter und mutet nun etwas überflüssig an.

Vom Pavillon aus hat man einen schönen Blick auf unseren Teich und die sich davor befindliche Terrasse mit Balustraden, einem achteckigen Beet in rose- , mauvefarbenen und blauen Farbschattierungen, einer Biedermeierbank und zwei Adirondack Chairs zum Relaxen.

Zu der Zeit, als der Pavillon zuerst aufgebaut worden war, befand sich auf dieser Ebene ein Knotengarten aus Buchs . Leider war er schließlich so von dem Buchspilz befallen, dass ich mich schweren Herzens von ihm trennen musste und stattdessen den Bereich ,wie jetzt zu sehen, gestaltete.

Von dem beschriebenen Standort aus fällt dem Betrachter bereits auf, dass unser Garten sich an einem Hang mit ca. 1,5 m -2 m Höhenunterschied befindet. Mehrere Treppenstufen leiten den Besucher unauffällig in immer höhere Ebenen, wobei auch Mauern und Hecken den Höhenunterschied kaschieren.