Liebe Gartengäste,

 

Wer mich ganz kennen lernen will, muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz.“

Diese Worte schrieb einst Fürst Pückler-Muskau, der ein dermaßen begeisterter Gartenenthusiast war, dass seine Gartenleidenschaft ihn ruinierte.

Ich verstehe jedoch, was in ihm vorging, denn auch ich bin mit Leidenschaft und ganzem Herzen Gärtnerin. All meine Zeit, Geld und Gesundheit, die ich in unseren Garten investiere, zahlt sich doppelt aus. In unserem Garten darf ich kreativ werden, in und mit der Natur leben und schöne Momente der Zufriedenheit und des Glücks erleben. Was gibt es Schöneres, als am Ende eines Tages das gesteckte Arbeitsziel erreicht und eine neue Idee umgesetzt zu haben oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen. Auch Unkraut jäten kann meditativ sein !!

Nicht nur ich, sondern auch meine Familie genießt den Garten. Zu unserer Familie gehören mein Mann Hinrich und unsere fünf Kinder Finn Meinert, Friederike, Delf Hinrich, Bennet und unser Jüngster Lennart, der als einziger noch zu Hause lebt.

Als wir vor knapp 30 Jahren die alte Dorfschmiede in Heilshoop erwarben, galt in den ersten Jahren unsere Priorität der Renovierung des ruinösen Gebäudes (, das bis heute noch weit entfernt von der Fertigstellung ist!).

Wir missachteten die „guten Ratschläge“ vieler, das Gebäude lieber abzureißen und machten uns optimistisch an die Endlosaufgabe, es nach unseren Wünschen auszubauen.

Der Garten war beim Einzug eine wilde Wiese, auf der Autowracks lagen und einige Fichten in einer Reihe

gepflanzt worden waren. Eine riesige Betonplatte bedeckte einen großen Teil des Grundstücks. Es dauerte Jahre, sie zu entfernen. Der Boden war von den vielen Fahrzeugen, hauptsächlich Treckern, die hier früher repariert wurden, sehr verdichtet und vor dem Haus gab es nur eine Schotterfläche, um dort die Autos zu parken.

Wir haben zunächst das Grundstück aufgeräumt, die Nadelgehölze entfernt und eine riesige Wiese mit Spielgeräten für die wachsende Schar der Kinder angelegt. Da ich weiterhin als Grundschullehrerin tätig war, blieben mir weder Zeit noch Kraft, mich mit der Gartengestaltung zu befassen.

Das änderte sich schnell, nachdem ich meine Schwester, die Mitte der 80er Jahre in London als Lehrerin arbeitete, besuchte und mich zunehmend in England verliebte. Flog ich zunächst mit dem Flugzeug nach London, um Gardinen, Fliesen und Tapeten für unser Haus zu kaufen, so dehnte ich mit der Zeit meine Ausflüge aufs Land aus und besuchte die ersten Gärten. Ich hatte Blut geleckt und wurde süchtig nach den englischen Gärten.

Seit 35 Jahren fahre ich nun mehrmals im Jahr mit meinem  Van, (der letzte brachte es während meiner Englandreise im Oktober 2018 auf 480.000 km) mit Freunden oder der Familie nach Groß Britannien, um dort die schönen Landschaften, die alten Häuser, Burgen und Schlösser, die freundlichen Menschen mit ihrem eigentümlichen Humor und besonders die Gärten zu besuchen.

Zu den Favoritengärten in England

Den Kopf voll mit neuen Ideen und Eindrücken und den Wagen ebenso gefüllt mit Pflanzen und vielen, z.T. antiken Baumaterialien, mache ich mich dann auf den Rückweg und kann es kaum erwarten, die neuen Inspirationen umzusetzen.

Inzwischen kopiere ich auch viele Gestaltungskonzepte und „stibitze“ Ideen aus den tollen Gärten in den Niederlanden und in Deutschland. Neben den Besuchen einiger der berühmten Gartenshows in England und durch eifriges Studium einschlägiger Literatur, dank der an die hundert Gärten, die ich jedes Jahr besuche und der Gartensendungen, die es inzwischen ja zunehmend im Fernsehen zu sehen gibt, entwickelte ich in den vergangenen 20 Jahren nach und nach Visionen meines Gartens, die ich allmählich umsetzte.

Durch Zukauf eines Nachbargrundstücks vor etwa 10 Jahren konnten wir den Garten von ursprünglich 1500 qm auf ca. 2000 qm aufstocken. So gewannen wir Platz, um weitere Ideen umzusetzen.

Dabei lag nie eine grundsätzliche Gartenplanung vor, sondern ich begann einfach , eine Ecke des Rasens umzugestalten und arbeitete mich Jahr für Jahr auf Kosten des Rasens weiter voran. Als dann die ersten Kinder das Haus verließen, ging ich planvoller vor:

Das Baumhaus (es war leider morsch) und die Spielgeräte verschwanden, endlich konnte ich gefahrlos Wasserbecken und Teiche anlegen und musste keine Sorgen mehr haben, dass liebevoll gepflegte Beete beim wilden Toben umgepflügt wurden (eine Zeitlang waren „Schützengräben“ bei meinen Jungs angesagt!).

Unsere Tochter Friederike hatte zum Spielen ein kleines gemauertes Häuschen im englischen Stil erhalten, das nach ihrem Auszug mir zufiel.

Die typisch englische Gartenphilosophie, einen Garten in Räume bzw. Themenbereiche zu gliedern, die durch Mauern oder Hecken voneinander getrennt werden und den Besucher neugierig auf den nächsten Gartenteil machen, gefiel mir sehr. Diese Idee entsprach meinem Wunsch nach einem romantischen, verwunschenen Garten, indem ich meiner Phantasie freien Lauf lassen konnte. So setzen wir jedes Jahr mindestens ein Projekt um, wobei ich viel Wert darauf lege, alte Baumaterialien einzubinden. Die „alten“ Klostermauern wurden nach und nach aus Ziegelsteinen, die wir mühsam beim Abriss von Häusern ergatterten und sauber klopften, gemauert.

Aus England wurden und werden bei jeder Reise gotische Steinornamente und Bodenplatten herüber geschafft (mein Mann sagt immer, dass die Insel stets etwas höher steigt, wenn ich sie mit meinem schwer beladenen Auto verlasse) und antike Türen und Dekorationen aus englischen Recyclingyards vervollständigen die bauliche Komponente. Ich habe großen Spaß am Werkeln und Basteln und bemühe mich, besonders Holzarbeiten selbstständig zu erledigen. Aus Ytonsteinen entstanden Schafsköpfe, die einen Körper aus Buchs erhielten (die Idee entnahm ich einer englischen Gartenzeitschrift).

Buchs spielt eine große Rolle in unserem Garten. Aus ihm und aus einer Eibe schnitt ich Figuren und setzte Hecken, doch der Buchspilz zerstört zunehmend die Pflanzen.

Leider ist unser Garten nicht nur Quell größter Freude, sondern auch Anlass zur Sorge, wie er entsprechend weiterentwickelt und erhalten werden kann. Aus gesundheitlichen Gründen bin ich inzwischen auf bezahlte Mithilfe angewiesen und auch wenn die Kinder ab und zu einspringen, worüber ich sehr dankbar bin, so verschlingt die aufwändige Pflege viel Geld.

Aus diesem Grund entschloss ich mich 2017, unseren Garten für zahlende Besucher zu öffnen. Das Interesse war sehr groß. Fast 2000 Besucher durften wir 2018 begrüßen und die positive Resonanz ermutigte mich, 2019  noch mehr Termine anzubieten. „Besucherinformationen“IchIch 

Ich hoffe sehr, dass Sie die Freude spüren, die ich an unserem Garten habe und wünsche mir , dass auch Sie diese empfinden, wenn Sie den Cosy Cottage Garden erkunden.

Ich freue mich auf Sie und sage : Welcome to my garden !

Ihre Annette Matthiesen